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Kreuzfahrt durch das östliche Mittelmeer

auf der "Splendour of the Seas" (August 2001)

 

An- und Abreise, Organisation

Für unsere erste Kreuzfahrt entschieden meine Familie und ich uns für eine Anreise nach Venedig per Flugzeug, wobei die Flugreise durch das Reisebüro organisiert wurde. Den Transfer vom bzw. zum Flughafen buchten wir bei Royal Caribbean, was problemlos funktionierte. Das Einchecken am Hafen dauerte ca. 30 Minuten inclusive der Erfassung aller notwendigen Personendaten.

Reiseroute

  • 19.08.2001: Venedig - Da wir erst gegen Mittag in Venedig ankamen und bereits gegen 16.00 Uhr ausliefen, blieb leider keine Zeit mehr für einen Bummel durch die Stadt. Entschädigt wurden wir dafür aber durch die erste Stunde der Fahrt vom Pier auf die offene See, da die Strecke durch den Canale San Marco unmittelbar an der Altstadt von Venedig vorbei führt - ein wirklich atemberaubender Ausblick, besonders wenn man ihn von einem der oberen Decks genießen kann.

  • 20.08.2001: auf See

  • 21.08.2001: Athen - In Athen nahmen wir an einem organisiertem Landausflug teil, der uns per Bus durch die Stadt u.a. zum alten Olympiastadion und natürlich auf die Akropolis führte. Der Führerin war die Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt anzumerken, die Qualität der Führung ausgezeichnet, und die Organisation perfekt (so wurde zum Beispiel sorgfältig sichergestellt, dass jeder seine Flasche Wasser bekam und auch die älteren Teilnehmer an der Tour beim anstrengenden Aufstieg zu den Ruinen nicht zurückblieben). Die Kosten für den Ausflug beliefen sich auf ca. 65,-- $ pro Person.

  • 22.08.2001: Mykonos - Da die Insel und das Städtchen nicht sehr groß sind, bot sich hier die Gelegenheit zur Erkundung auf eigene Faust. Royal Caribbean stellte einen kostenfreien Shuttle-Bus vom Pier zur Hafenpromenade zur Verfügung. Mykonos ist insbesondere mit seinem verwinkelten und verschachtelten Stadtbild und seinem typischen mediterranem Flair sehenswert, man sollte allerdings genügend Zeit für den Rückweg einplanen, da man sich in den engen Gäßchen totsicher verläuft.

  • 23.08.2001: Rhodos - Für unseren Besuch auf der Insel entschieden wir uns für einen organisierten Landausflug, der uns per Bus zu den antiken Ruinen von Kamiros, zum Tal der Schmetterlinge und danach zu Fuß durch die Altstadt von Rhodos führte, alles Ziele, die jeweils alleine schon einen Ausflug wert gewesen wären. Die Organisation war wie beim Ausflug in Athen perfekt, die Führerin allerdings nur mittelmäßig: Sie verzettelte sich so in eigentlich uninteressanten Details, dass der letzte Teil des Ausflugs durch die Altstadt aus Zeitgründen streckenweise in einer Art Dauerlauf absolviert werden musste und keine Zeit mehr für individuelle Erkundung blieb. Auch dieser Ausflug schlug mit ca. 65,-- $ pro Person zu Buche.

  • 24.08.2001: auf See

  • 25.08.2001: Dubrovnik - Da die "Splendour" in Dubrovnik nicht anlegen konnte, wurden wir in Tenderbooten übergesetzt. Dies klappte organisatorisch hervorragend, da Tendertickets ausgegeben wurden und man es sich bis zum Aufruf in einer Lounges gemütlich machen konnte. Einen geführten Ausflug in Dubrovnik zu unternehmen lohnt sich angesichts der übersichtlichen Entfernungen nicht. Nicht versäumen sollte man einen Spaziergang auf der komplett restaurierten Stadtmauer um die Altstadt herum, der schöne Ausblicke sowohl auf das Meer als auch auf die Stadt gewährt.

  • 26.08.2001: Ankunft in Venedig und Heimreise

Das Schiff

Die "Splendour of the Seas" wirkt von außen betrachtet mit ihrer großen Diskothek, die ufo-artig unter dem Schornstein klebt, etwas seltsam, beeindruckt aber im Inneren mit großzügigen Proportionen und viel Platz. Das Zentrum des Schiffs ist zweifellos das Atrium, dass sich von Deck 4 bis auf Deck 11 erstreckt und mit seinen großen Glasflächen an sonnigen Tagen geradezu lichtdurchflutet wirkt. Die beiden Glasaufzüge sollte man nicht benutzen, wenn man zu Höhenangst neigt.

Das Schiff verfügt über zwei große Pools (einer davon mit einem Glasdach, das bei schönem Wetter geöffnet wird) und über ausreichend Liegen (in der Sonne wie im Schatten) für alle 1600 Passagiere.

Das Schiffstheater bbietet von allen seinen ca. 800 Plätzen beste Sicht, außerdem gibt es eine ganze Reihe von gemütlichen Bars und Lounges (besonders empfehlenswert ist die Champagner-Bar im Atrium).

Gewöhungsbedürftig ist allerdings die Innendekoration, die mit viel Plüsch, Chrom, Messing und kräftigen Farben sehr auf amerikanisches Publikum zugeschnitten ist; dieser Las-Vegas-Stil ist nicht jedermanns Geschmack.

Unsere Kabine (Außenkabine auf Deck 3) war in jeder Hinsicht zufriedenstellend. Die Größe und die Aufteilung waren gut, es kam niemals ein beengtes Gefühl auf, Stauraum war mehr als ausreichend vorhanden. Wenngleich man der Kabine (insbesondere dem Teppichboden) mehrere Jahre intensiver Nutzung ansah, wirkte sie wie das ganze Schiff sehr gepflegt, peinlich sauber und gut gewartet.

Verpflegung

Die Verpflegung war gut bis sehr gut. Neben dem Hauptspeisesaal (der sich über zwei Decks erstreckte und mit seinen Glaswänden hell und freundlich war) gab es ein Selbstbedienungsrestaurant mit abwechslungsreichem Angebot und zu verschienden Tageszeit verschiedene Imbissangebote wie Hamburger, Hot Dogs, Gyros etc. Die Qualität war durchgehend hoch, wir wurden kein einziges Mal wirklich enttäuscht.

Den kulinarischen Höhepunkt der Reise stellte das Mitternachtsbuffet am zweiten Gala-Abend dar, für das auf der gesamten unteren Fläche des Speisesaals verschiedenste an Bord hergestellte Fleisch- und Fischgerichte, Pasteten, Backwaren, Desserts und Pralinen angeboten wurden. Dieses Buffet war dazu so liebevolle und bis in die Details perfekt aufgebaut (u.a. mit Eisskulpturen, Obstschnitzereien etc.), dass es nicht nur einen außergewöhnlichen Genuss für den Gaumen, sondern auch für das Auge bot.

Äußererst angenehm war außerdem, dass bereits beim Einschiffen zur Verkürzung der Wartezeit ein Kuchenbuffet mit kalten Getränken am Pier aufgebaut worden war, auch während der Reise wurde nach dem Anlegen als erstes ein Pavillion mit kalten Getränken an Land gebracht und aufgestellt.

Personal

Das Personal (sehr international) gehörte ohne jeden Zweifel zu den erfreulichsten Aspekten der Reise. Durchgehend - vom Kabinensteward über das Personal im Speisesaal bis hin zu den Deckstewards - dominierte Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft; die Crew wirkte außerordentlich gut geschult und legte eine professionelle und trotzdem unaufdringliche Dienstleistungsbereitschaft an den Tag, wie man sie selten erlebt. Gerade diese Perfektion trug sicherlich nicht unerheblich zum Erfolg der Reise bei, und das Trinkgeld am letzten Abend habe ich hier wirklich gerne gegeben.

Sonstiges

Das Publikum während unserer Reise war hinsichtlich der Nationalitäten bunt gemischt, Amerikaner und Engländer stellten die größte, aber keine dominierende Gruppe, daneben waren auch viele spanische, italienische und französische Gäste an Bord sowie auch knapp 100 Deutsche. Die Durchsagen erfolgten generell auf Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch, die Landausflüge wurden ebenfalls in diesen Sprachen angeboten, genügend Interessenten vorausgesetzt.

Die Preise für alkoholische Getränke waren angemessen und entsprachen ungefähr deutschen Gastronomiepreisen.

Für Kinder konnte man für 20,-- $ einen Sticker kaufen, der so viele alkoholfreie Getränke an der Bar erlaubte, wie das Kind wollte.

Die Unterhaltungsmöglichkeiten gerade an den Seetagen war umfangreich, neigte manchmal aber etwas zu Animation im Stile von Ferienclubs.

Sehr gut empfand ich, dass sowohl die Bordzeitung als auch die Informationsblätter über die Anlaufhäfen als auch die Speisekarten in einwandfreiem Deutsch zur Verfügung standen.

Fazit

Diese Kreuzfahrt war nicht nur unsere erste, sondern unsere bisher auch schönste Seereise. Die Bewertung der "Splendour of the Seas" mit vier Sternen erscheint mir als zu niedrig, einen halben Stern zusätzlich hätte sie sicherlich verdient.

 

Stefan Schöner, Niederwerrn

E-Mail: fam-schoener@freenet.de

 

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