|
KREUZFAHRT
mit ROYAL OLYMPIC CRUISES
vom
12.05. bis 19.05.2002
Name:
Olympia Explorer Größe: 25000 BRZ
Baujahr: ausgeliefert 25.04.2002
Länge über alles:
180,00 m Breite: 25,6 m
Tiefgang: 7,10 m Geschwindigkeit:
28 kn Kapazität: 800 Passagiere
Flagge: Griechenland Eigner:
Royal Olympic Cruises Bauwerft:
Blohm & Voss, Hamburg / D

Reise-
und Erfahrungsbericht mit der OLYMPIA EXPLORER
|
Tag
|
Ort
|
an
|
ab
|
Sonntag
|
Abfahrt
von Venedig
|
18:00
|
|
Montag
|
Dubrovnik
|
08:00
|
13:30
|
|
|
Bari
|
17:00
|
20:00
|
|
Dienstag
|
Katakolon
|
08:00
|
13:00
|
|
Mittwoch
|
Istanbul
|
13:00
|
20:00
|
|
Donnerstag
|
Mykonos
|
09:30
|
14:00
|
|
|
Santorin
|
17:30
|
21:30
|
|
Freitag
|
Piräus
|
06:00
|
18:00
|
|
Samstag
|
Korfu
|
09:00
|
13:30
|
|
Sonntag
|
Ankunft
in Venedig
|
09:00
|
|
ANREISE:
Unsere Busanreise, das möchte ich hier nicht unerwähnt lassen,
war leider eine ärgerliche Katastrophe. Die Wartezeit von 1Std. 35
Min., auf dem Frankfurter Flughafen, war für meinen Geschmack
unzumutbar. Als endlich der Bus kam, sollte er schon ab Hannover, über
10 Std. unterwegs gewesen sein. Dieser Bus der eigentlich im Auftrag
von ROC, von dem Unternehmen "Sachsen Idealtours" kommen sollte,
kam von einem Subunternehmer aus Ostfriesland, der diesen Bus sonst für
Kaffeefahrten einsetzte. Dementsprechend war er für Langstrecken
nicht ausgestattet und eben auch nicht vorgesehen. Nach einer
insgesamt etwa 22 stündigen Fahrt, erreichte der Bus auf der Strecke
Richtung Verona, hinter Trento, sein Zielhotel für die Zwischenübernachtung.
Auf das Hotel möchte ich garnicht erst eingehen, es entsprach alles
nicht unserer Vorstellung vom Urlaub, "von Anfang an". Ab 06:00 h
wurden wir abgefrühstückt, und kamen dementsprechend recht früh,
schon in Venedig an.
Unsere frühe Ankunft in Venedig hatte allerdings einen riesigen
Vorteil. Da wir uns um unser Gepäck nicht kümmern mussten, konnten
wir uns getrost und in aller Ruhe noch Venedig ansehen. Das spätere
einchecken, das etwa zwischen 12:00 und 16:00 h geschehen sein sollte,
verlief für uns dann absolut ohne irgendwelche Wartezeiten. Mit der
anschließenden Tischwahl beim Maitre, waren die organisatorischen
Teile, für uns abgeschlossen.
Vor dem Auslaufen des Schiffes, kam dann die obligatorische Rettungsübung.
Bald danach konnten wir bei schönen Wetter, Venedig an uns
vorbeiziehen lassen.
ROUTE:
Vom Deck aus, VENEDIG an sich vorbeiziehen lassen, ist schon
ein schönes Erlebnis, erst recht dann, wenn man noch einige Stunden
zuvor die Möglichkeit genutzt hat, vom Liegeplatz (Statione Marittima
) aus, den schnellen Weg, mit der halbstündig fahrenden Barkasse, zum
Piazzo San Marco zu kommen (Hin- Rückfahrt 9,30 Euro).
DUBROVNIK
ist, wenn man auf eine Führung verzichten kann, auf jeden Fall, auf
eigene Faust machbar. Die Zeit ist nicht gerade üppig, wenn man auf
den obligatorischen Gang auf der Stadtmauer, nicht verzichten möchte.
Während die großen Schiffe auf Reede vor dem alten, kleinen Hafen
und dem Stadttor lagen und ihre Gäste mit Tenderbooten ranbrachten,
lag die O. Explorer im neuen Hafen.
Wir sind zu Fuß in die Altstadt gelaufen, was uns zu viel Zeit
gekostet hat. Wesentlich schneller, geht es mit dem öffentlichem
Busverkehr oder der Taxe. Achtung: da die Fahrscheine vorher gekauft
werden müssen, sollte man ein paar Euro in Kroatische Kronen
tauschen.
BARI
sollte eigentlich nur einem technischer Halt dienen. Trotzdem waren
Ausflüge organisiert, womit dann schon mal wieder 30 Euro / Person in
die Kasse floss. Wir begnügten uns damit, zu Fuß in die Altstadt zu
gehen, wo wir dann unsere Ausflügler, wieder getroffen haben. Ich bin
ohnehin kein guter Zuhörer - doch wissend, dass ich ohnehin beim
Betreten des Schiffes, wahrscheinlich schon alles wieder vergessen hätte.
Wer der Meinung ist, dass beim Anlegen in KATAKOLON, die
Besichtigung des Antiken Olympia ein Muss ist, gibt sicherlich gern
dafür 55,00 Euro her. Zwingend erforderlich wird es für diejenigen,
die sich nicht mit einem Spaziergang in der näheren Umgebung
begnügen wollen.
Auf
ISTANBUL haben
sich schon alle gefreut. Wie bei allen bisherigen Anlaufzeiten, war
auch hier die O. Explorer schon sehr pünktlich. Hier darf man das
Einfahren Richtung Bosporus nicht verpassen. Wenn man sich vorher
schon mal etwas orientiert, kann man bei guter Sicht, schon die Lage
der wichtigsten Sehenswürdigkeiten erkennen. Wir waren natürlich
gespannt auf die Bustour, bei der wir uns rein gefühlsmäßig, für
die byzantinische Tour entschieden hatten. Es gab dann auch noch eine
dritte Tour, mit einem Ausflugsschiff auf dem Bosporus.
Warum überhaupt zwei Bustouren unternommen worden sind, obwohl die
anzufahrenden Sehenswürdigkeiten dicht aufeinanderliegen, habe ich
dummer Mensch endlich begriffen: Denn eines hatten sie alle gemeinsam;
am Ende landeten wir alle wieder in einem Topf, beim Teppichhändler
und / oder im Bazar. Die Zeit war ein Muss. Den Teppichhändlervortrag
haben wir uns angehört (haben unser Wissen aufgefrischt),
immerhin hatte man uns gute Toiletten versprochen, auf die wir
inzwischen angewiesen waren. Die Verkäufer haben ganz schön geguckt,
als mehrere Leute hintereinander nach dem Weg fragten. Wer nach dem
Vortrag, trotzdem keinen Teppich oder Schmuck in den Fachabteilungen
kaufen wollte, war jetzt gute 90 Minuten auf sich allein gestellt. Wie
an eine Schnur gezogen, gingen wir zügig und mittig durch den Bazar.
Wir wollten unsere teuer bezahlte Zeit nicht in Verkaufsgespräche
investieren. So fanden wir den Weg auch schnell wieder nach draußen
und fühlten uns viel freier. Wir gingen die Straße bergab, in der
Gewissheit ans Wasser zu gelangen. So nutzten wir wenigstens einmal
die Gelegenheit, von der Brücke aus, aufs goldene Horn und den
Bosporus zu schauen. Das hat nichts extra gekostet
MYKONOS
selbst hatte uns so interessiert, dass es für uns keinen Grund gab
Mykonos-Stadt zu verlassen. Ein Ausflug, kam dafür nicht in Betracht.
Für einen gemütlichen Bummel, war also genügend Zeit. Man sollte
sich nicht nur auf Wärme einstellen; es gibt dort ganz schön zugige
Ecken. Vom und zum Schiffanleger, pendeln dann kostenlos Shuttlebusse.
Aber auch zu Fuß wäre es kein Problem für uns gewesen.
SANTORIN
dann am Nachmittag. Einige hatten es sich umgekehrt gewünscht Ich weiß
nur soviel, die Zeit war knapp, aber es ging. Zuerst einmal anstellen
für die Seilbahn, damit man so schnell wie möglich oben ist, und
abschätzen kann, wie viel Zeit zum Bummeln noch bleibt. Den Weg
hinunter sind wir dann zu Fuß gegangen. Er war interessant, nicht nur
wegen der Eselkolonnen, die uns entgegenkamen.
Es
fing schon an zu dämmern, sodass das verfärbte Panorama eine schöne
Stimmung hervorrief.
Vom
Hafen PIRÄUS
waren wir angenehm überrascht, den wir ganz anders in
Erinnerung hatten. Wahrscheinlich lag es an den günstig gelegenen
Liegeplatz, der uns sofort einen tollen Überblick verschaffte und natürlich
an dem tollen Wetter.
Direkt neben uns, parkte die EV, die in ihren Dimensionen doch
deutlich sichtbar größer war. Oben auf dem Deck zu stehen und dem ständigen
Hin und Her der verschiedenen Fähren zuzuschauen, machte mir viel
Freude. Trotzdem rafften wir uns auf, um nach Athen zu kommen. Einen
Besuch der Akropolis wollten wir nicht wiederholen, zumal diese
vormittags bestreikt wurde. So fuhren wir etwa 40 Minuten mit dem
Metrobus (Linie 040) nach Athen. Ein besonderes Feeling hatte sich bei
dem Lärm in der Stadt nicht entwickelt, sodass wir zeitig wieder den
Rückweg antraten. Die Buslinie 040 hatten wir nicht wiedergefunden
und haben dann die Fahrstrecke per u-Bahn herausgefunden. Allerdings,
mussten wir dann noch einen Teil des Hafens umlaufen, um schließlich
zum Schiff zu gelangen.
Wer noch nicht auf KORFU war, sollte sich zunächst mal auf
Korfu-Stadt konzentrieren, bevor er Ausflüge zu Stätten und anderen
Ortschaften unternimmt. Uns war beides schon bekannt, trotzdem freuten
wir uns auf Korfu Stadt. Shuttlebusse brachten uns an das ende des
Hafengebietes, wo dann auch gleich die Stadt, im venezianischem
Baustiel begann. Zeit nehmen zum Bummeln bringt Erholung, zumal die
mehr oder weniger engen Gassen, am Morgen noch eine gewisse Gemütlichkeit
erlauben.
Von Korfu hatte das Schiff nun noch bis Venedig 486 Seemeilen zurückzulegen.
Das ist gleichzeitig die zweitlängste Strecke auf während dieser
Kreuzfahrt. Die längste Strecke war die von Katakolon nach Istanbul,
diese betrug 525 Seemeilen. Die Gesamtstrecke während dieser 7 tägigen
Kreuzfahrt betrug 2619 Seemeilen.
Der
Versuch einer
SCHIFFSBESCHREIBUNG:
Was uns beim Betreten eines Schiffes erstmal am meisten
interessiert, sind die Kabinen. Wir hatten eine Außenkabine der
Gruppe TC Nr. 4059, am Ende des ersten Drittels, auf Deck vier, mit
großem Fenster gebucht (Bullaugen gibt es nur auf Deck 2). Sie war
angegeben mit einer Größe von 13 qm und war ähnlich geschnitten,
wie wir es das Jahr zuvor auf der Festival "Mistral" kennen
gelernt hatten. Zufrieden stellten wir fest, das es kein 3. bzw. 4.
Bett gab, was doch schon wieder zu einer räumlichen Einengung geführt
hätte. Wir fühlten uns sofort wohl, zusätzlich noch dadurch, weil
hier alles absolut platzoptimiert war. Also auch alles, was Schrankflächen,
Schubladen, usw. anbelangte. Zwei Sitzgelegenheiten, beidseitige
Spiegel, Schranktresor, Kühlschrank (für an Bord gekaufte Getränke),
sowie TV mit Radio, sorgten für weiteren Komfort. Auch das Bad
(Dusche) war praktisch und hatte alle Voraussetzungen, um Ordnung
halten zu können. Die Betten waren auseinandergestellt, ließen sich
aber zusammenstellen. Ein Blick in die Kabinen der Klasse SC
(Juniorsuiten) mit 17 qm, versetzten uns noch mehr in´s Staunen. Eine
wirklich tolle Leistung der Architekten. Ja, wenn wir mal Geld hätten,
dann ........
Wie im Hotel, so sind wir auch hier auf das Restaurant gespannt
gewesen. Elegant und geschmackvoll eingerichtet, mit platzsparenden,
aber hervorragenden Sitzmöbeln, präsentierte sich, der Aqua Marine
Speisesalon, achtern auf dem 5 . Deck. Auch das helle Bufettrestaurant,
der Topaz Gartensalon darüber, also auf dem 6. Deck, mit Plätzen
innen und außen, entsprach unseren Erwartungen in Raumaufteilung und
Möbilierung. Der Außenbereich mit seinen praktischen und bequemen
Gestühl und den Tischen mit Glaseinlage war bei den Gästen jederzeit
beliebt.
Das Konzept der fröhlich-leichten Farben, und einer hochwertigen,
bequemen Möbilierung setzte sich fort, in den Bars und Räumen des 6.
Decks und in dem Aventurine Panoramasalon (Disco) des 7. Decks. Für
Schows und Tanz besuchten wir den Amber Hauptsalon auf dem vorderen 6.
Deck. Einer Hervorhebung eines großzügigen Außenbereiches, der mit
dem Pool etwa ein Fünftel des 7. Decks ausmachte, möchte ich mich
nicht anschließen. Durch die Disco im vorderen Bereich, sowie einiger
Suiten mit Balkon, SPA Bereich usw., konnten neben dem Poolbereich,
nur noch Seitenflächen im mittleren Bereich, als Außenflächen
genutzt werden. Vor der Disco war man dem nicht zugänglichem
Bugbereich, noch relativ weit entfernt. Außerdem war die Sicht nach
vorn, durch technische Schiffseinrichtungen beeinträchtigt, was die
Foto- und Filmamateure zum Teil störte.
Unsere
Beurteilung der KÜCHE
Alle Kreuzfahrer wissen es. Über die Küche wird am meisten geredet;
Kritikgespräche im positiven, als auch im negativen Sinne. Meine
Empfehlung: den Anspruch niedrig halten, damit die Enttäuschung auch
nicht so groß wird. Genau eben, liegt da der Punkt. Es ist von der
Erwartungshaltung des Einzelnen abhängig, wie die Beurteilung bei ihm
ausfällt. Trotz Erfahrung und Wissen, sowie der Bereitschaft, ein
Einsehen für die Küche zu haben, würden meine Frau und ich, nicht
von wirklicher Zufriedenheit sprechen wollen. Immerhin hatten wir das
Gefühl, daß man nach einigen Tagen dazugelernt hatte, und sich mehr
bemühte das Essen warm zu halten. Denn genau das war unter anderem,
ein von mir häufig gehörter Kritikpunkt. Da wir auch mittags das
Restaurant aufgesucht haben, kann ich mich, zum Bufett am Mittag nicht
äußern. Zum Frühstück vermisste ich Tomaten, Gurken und Oliven und
insgesamt ein bisschen Abwechslung.
Das
ABENDPROGRAMM
Wir hatten die Hoffnung, das auf diesem Schiff das
Unterhaltungsprogramm, nämlich Musik zum Tanzen, nach der Show (2.
Sitzung) noch möglich sein würde. Da ist Fehlanzeige, denn mit Ende
der Show, wird auf die Disco im Aventurine Panoramasalon verwiesen.
Die Disco ist fast überall auf den Schiffen, mehr eine technisch und
kalte Vorzeigeeinrichtung, als das sie wirklich genutzt wird.
Für unsere Altersstufe, mit unseren Empfindungen, nicht gedacht und
auch nicht geeignet. Ergo, geht es um 24:00 Uhr, nicht immer ganz
zufrieden mit dem abendlichen Verlauf, in´s Bett. Von den Künstlern,
gefiel uns am besten Mitch, als Sänger aber noch viel besser als
Bozouki Spieler. Wenn er richtig losgelegt hat, wirkte auch die etwas
steif wirkende Musikertruppe, etwas munterer.
Das absolute Highlight, war der Kapitän Evgeniios Misailidis selbst,
wenn er ganz "privat" in Sangeslaune geriet. Der eher sonst etwas
düster wirkende Humphry Bogart / Anthony Quinn Typ, konnte mit seiner
kräftigen Stimme und der musikalischen Begleitung von Mitch als
Bozoukispieler und Band, auf eine ganz besondere Weise, Lust auf mehr
griechische Musik machen. Das Showprogramm, haben wir mit der
Schlußveranstaltung,
nur zweimal komplett verfolgt.
Sicherlich war nicht immer alles perfekt und nicht alle
Gesangseinlagen, waren für die Stimmen geeignet; aber man sollte
nicht sagen, daß sich die Truppe es zu einfach gemacht hat. Letzlich
hat der oft gut gefüllte Saal gezeigt, daß die Gäste mit diesem
Programm insgesamt zufrieden war. Insgesamt versteckten sich abends
die Gäste nicht. So wurden auch die offen gestaltete Türkis Piano
Bar und das ebenfalls neben dem Gang liegende Goldener Raum-Casino
gerne genutzt.
SONSTIGE
EINRICHTUNGEN, die von uns nur wenig oder garnicht
genutzt wurden:
Topaz Bar auf dem 6. Deck, hinten
Thalasso Pool Bar auf dem 7. Deck, hinten
Jade Wellness Schönheitssalon auf dem 7. Deck
Obligatorisch dann noch:
Hospital auf dem 2. Deck
Rezeption und Ausflugsbüro auf dem 5. Deck
Fotoshop / Gallerie, Duty Free Shop und Botique,
Bibliothek, Katenraum und Raucherraum auf dem 6. Deck.
PREISE,
soweit sie uns bekannt sind:
Getränke:
1 Glas Wein (Hausmarke) 3,75 Euro; eine Flasche Wein ab 18,00 Euro
1 Bier, Dose 3,25 Euro
1 Glas Coca Cola 1,75 Euro
1 Coktail 3,50 4,75 Euro
Fotos 13/18 9,95 Euro, 18/24 19,95 Euro,
wir haben keine gekauft, weil hier der Euro, wieder ganz klar zum
Teuro abgewertet wurde.
Die angebotenen Ausflüge, waren allesamt unangemessen hoch im Preis.
Auch wenn es scheinbar zum Trend der Reedereien bzw. Veranstalter gehört,
sich durch die Hintertür, den Preis der Kreuzfahrt nach oben zu
ziehen, halte ich es für unfair und unseriös. Für den am Anfang
beschriebenen Ausflug in Istanbul, haben wir zum Beispiel 74 Euro
bezahlt. Da bleibt immer ein übler Geschmack nach. Über das
Trinkgeld waren die Aussagen recht widersprüchlich. Die Angaben im
Vorfeld über das obligatorische Trinkgeld, gingen von 6 bis 10 Euro.
Irgendwann erhielten wir die Ansage, dass das Trinkgeld, wer es denn möchte,
vom Bordkonto abgebucht werden könnte. Gemeint war aber, dass in
jedem Fall, 10 Euro/Person/Tag vom Konto abgebucht wird. Wem das, wie
uns nicht passte, musste sich vorher, in eine entsprechende Liste
eintragen lassen. Das kam alles überhaupt nicht rüber und führte
daher schon zu einigen, zu bereinigenden Unstimmigkeiten.
Ich sag es mal deutlich: Ich möchte auch, das sich niemand davor drückt,
Trinkgeld zu geben. Ich habe noch nicht mal was dagegen, eine Mindesthöhe
zu empfehlen, meinetwegen auch abzubuchen. Aber diese Höhe auf 10Euro
festzusetzen, finde ich schon unerhört. Unsere Abgabe lag bei etwa
5,50 Euro/Tag/Person
BEKLEIDUNGSEMPFEHLUNG
Von dem, wie es in Prospekten zu lesen war, ist man hier deutlich
abgerückt. Zweimal war festlich angesagt, die übrigen Abende waren
ausdrücklich als leger (Hemd, lange Hose) ausgeschrieben. Darunter
ging eigentlich auch nichts mehr.
SERVICE
und PERSONAL
Unabhängig von den Sternen, erwarten wir Sauberkeit und natürlich
freundliches Personal. Auf Perfektion achten wir weniger. Diesen
Anspruch war die Crew insgesamt gesehen gerecht. Erstaunlich aber
doch, dass so gut wie kein deutsch gesprochen wurde. Die deutsch
sprechende Hostess, schien uns dann auch mit den vielen Fragen überfordert
und machte auch häufig nur vage Angaben. Auch im Zahlmeisterbüro,
wurde weder deutsch verstanden, noch gesprochen. Die Reklamation
meiner Rechnung, habe ich schließlich schriftlich (engl.)
eingereicht, da ich im mündlichen Teil wohl durchgefallen bin.
BEMERKUNGEN
zum Schiff
Diese habe ich mir ziemlich zum Schluss aufbewahrt. Insgesamt ist die
O. Explorer ein schönes Schiff. Ihr Schwerpunkt liegt darin, mit
einer höher, als üblich liegenden Reisegeschwindigkeit (27-29 Kn),
eine umfangreiche und daher interessante Route, in wenigen Tagen (hier
7 Tage) zu ermöglichen.
Dieses Ziel wurde auf unserer Kreuzfahrt voll umgesetzt. Allerdings,
wurde ich während der Fahrt in unserer Kabine, auf ein ungewöhnliches
Antriebsgeräusch aufmerksam. Obgleich ich relativ unempfindlich auf
monotone Geräusche reagiere, empfand ich dieses zunächst als störend,
bis ich mich daran gewöhnt hatte. Ungewöhnlich auch, die starke
Vibration, die beim Manövrieren entstand. Im Restaurant musste das
Personal schon Angst um das gestapelte Geschirr haben, da die
Vibration doch recht kräftige Klappergeräusche verursachte.
FAZIT
Eine schöne Kreuzfahrtroute, ein Schiff was gefallen kann,
freundliches aber nicht deutsch verstehendes und sprechendes Personal.
Trotzdem eine störungsfreie, insgesamt gut funktionierende
Organisation.
So bleibt als Erinnerung, auf jeden Fall eine schöne Kreuzfahrt, in
einer schönen Jahreszeit, mit dem bitteren Beigeschmack, der unmöglichen
Anfahrt und dem überteuertem Ausflug, auf dem wir zu wenig gesehen
haben.
Hamburg, am 27. Mai 2002
Rainer Buch
E-Mail: rainbu@yahoo.de
|