|
|
Reisebericht
Hurtigruten Reise südgehend mit MS Finnmarken 15.09. - 22.
09.2002
im Gegensatz zu mir ist mein Mann kein Freund
traditioneller Kreuzfahrten und überredete mich zu einer
Hurtigruten Reise. Verzicht auf klassisches
Kreuzfahrtgebaren (Kapitäns Dinner etc.) an Bord, aber
trotzdem eine Seereise.
Wir wählten die MS
Finnmarken und machten uns am 15.09.2002 von München via
Kopenhagen, Oslo nach Kirkenes auf.
Schon der Flug entlang der
norwegischen Fjordküste war ein Erlebnis und der Flughafen
Kirkenes am "Ende der Welt" liess mich an lange
vergangene Flugreisen denken. Ein winziges Haus mit einem
Gepäckband, auf dem vielleicht 5 Koffer gleichzeitig Platz
finden.
Vom Flughfen aus wurden
wir im Hotel Rica Arktic sehr gut untergebracht. Unsere
Finnmarken sollte am nächsten Tag ablegen.
Beim Abendessen im Hotel
bekamen wir zum erstenmal eine Vorstelleung von den Preisen
in Norwegen. Selbst wir als nicht gerade preisverwöhnte Münchner
mussten schlucken bei den Preisen für das zugegeben sehr
gute Abendessen (ca. 70 € pro Person).
Am nächsten Morgen wurden
wir nach einem hervorragenden Frühstück zur Finnmarken
gebracht. Wunderschön lag sie in dem kleinen Hafen. Das
Einchecken verlief zügig, aber oh Schreck, die Kabine
mussten wir inkl. Gepäck selber suchen, was aber kein
Problem war. Die Kabine war funktional in schönen Farbtönen
mit dickem flauschigem Teppich und Dusche/WC ausgestattet.
Etwas kleiner als auf den Kreuzfahrtschiffen, aber wohnlich
und gemütlich. Gegen 15h hiess es dann Leinen los.
Ich möchte im weiteren
Reisebericht vorallem auf die MS Finnmarken und das
"Hurtigruten" eingehen und weniger die überwältige
Route/Landschaft beschreiben.
Die Finnmarken ist ein
sehr schönes im Jugendstil ausgestattetes Schiff. Große
Lounges, Panoramasalons. Sehr weitläufige breite Gänge.
Ein Schwimmbad an Deck und zwei Whirlpools (mein erstes Bad
nördlich des Polarkreises).
Alles ist sehr sauber, übersichtlich
und vermittelt eine freundliche elegante Atmosphäre. Die
Crew ist hervorragend geschult und immer freundlich. An Bord
wird neben Norwegisch auch Englisch und Deutsch (auch bei
den Durchsagen) gesprochen. Ausflüge können je nach
Jahreszeit gebucht werden (Nordkap u.ä.).
Die Mahlzeiten waren üppig
und schmackhaft, aber man darf sich keine kulinarischen
Kreationen mit Kaviar und Hummer erwarten. Alles gute
Hausmannskost. Das Abendessen fand in einer Sitzung statt
und es wurde ein Menu serviert, Frühstück und Mittagessen
waren in Buffetform mit freier Platzwahl in dem stilvollen
Restaurant.
An Bord gibt es Cafes und
Bars. Abendunterhaltung mit Show und Tanz - nicht auf einem
Hurtigrutenschiff. Am letzten Abend spielte ein
Alleinunterhalt und sorgte für gewaltige Stimmung.
Falls Sie sagen, das
klingt ja nicht gerade aufregend, was soll man denn Abends
dann machen. Hurtigruten ist eben anders. Da die Schiffe
nach einem festen Plan, wie ein Bus, jeden Tag fahren,
werden die Schiffe viel von Einheimischen genutzt. Man kommt
an Bord sofort mit den wirklich reizenden Norwegern wie den
anderen Passagieren in Kontakt. Die Atmospäre ist leger und
freudlich. Gemeinsam geniesst man die vielleicht
grandioseste Lanschaft der Welt. Wer fährt schon auf einem
Schiff durchs Hochgebirge zwischen Gletschern hindurch oder
kann mit den Händen fast das Ufer greifen an manchen
Stellen ? Ich hatte 4 Bücher dabei und habe nur eines
gelesen. Es war unmöglich den Blick von der vorbeiziehenden
Küste abzuwenden. Auf Sehenswürdigkeiten wird man per
Durchsage aufmerksam gemacht.
Die An- und Ablegemanöver
(35 Häfen) werden nie langweilig. Die Finnmarken wurde be-
und entladen, Passagiere stiegen aus und ein, Autos fuhren
an Bord, die Gabelstapler flitzen, denn das Schiff muss pünktlich
weiter und manchmal liegt es nur 20 Min. im Hafen.
Für die Anlegemanöver an
manchen kleinen Häfen zolle ich dem Kapitän meinen höchsten
Respekt. Beim Wenden im Trollfjord hätte ich mit dem Auto
Probleme gehabt. Vom Schiff zu den Felsen waren es auf jeder
Seite ca. 40 cm.
Beim Hurtigruten bekommt
man das Gefühl sich nicht in einer Scheinwelt zu befinden,
sondern am realen Leben Norwegens teilzunehmen.
Am 6. Tag ereichten wir
Bergen und wurden in das First Hotel Marin gebracht. Das
Hotel war früher eine Druckerei und liegt mitten in der
Altstadt und genügt höchsten Ansprüchen. Das hat uns den
Abschied von der MS Finnmarken etwas leichter gemacht. Da
wir erst am nächsten Tag via Kopenhagen nach München zurückfliegen
würden, hatten wir ausreichend Gelegenheit das fantastische
Bergen zu erkunden. Ich hätte im hohen Norden nie eine so
lebendige und inspirierende Stadt erwartet.
Fazit:
Hurtigruten ist anders,
aber ich habe noch nie eine so faszinierende Seereise
gemacht.
NSA hat alles perfekt
organisiert und auch die Auswahl der Hotels war
hervorragend.
Das Reisen an Bord eines
Hurtigruten Schiffes hat mich fast ein wenig
"verdorben" für das klassische Kreuzfahren. Meine
diesjährige Kreuzfahrt durchs westl. Mittelmeer konnte ich
garnicht mehr so geniessen, wie die Fahrten vor Hurtigruten.
Negativ wäre nur das
Preisniveau in Norwegen zu erwähnen. Die Preise für
Restaurants und Lebensmittel sind sehr hoch. Unter ca. 20
€ bekommt man kaum eine Pizza. Selbst Fast Food
entspricht dem Preis eines günstigen Restaurants in München.
Auch an Bord spürt man das bei den Nebenkosten. Dafür sind
Trinkgelder nicht üblich.
Wir haben für Januar 2004
eine Winterreise nordgehend gebucht und sind schon sehr
gespannt auf Norwegen im Winter. Das erstemal, dass ich mich
auf Januar freue. Normalerweise mag ich es warm und sonnig.
Leider habe ich keine
Fotos, aber selbst das beste Foto kann diese einmalige
Atmosphäre und Landschaft nicht widergeben.
Danke an Norwegen, seine
Menschen und die MS Finnmarken.
Roswitha Schnötzinger
Eichenstrasse 24a
81375 München
|
|